Warum so viele Schmerzen selbst entstehen (und was wir ändern können)

Berufsbedingt werde ich täglich mit dem Thema Schmerz konfrontiert – vor allem mit chronischem Schmerz.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie viele Ursachen für ihre Beschwerden im eigenen Alltag liegen. Wie sehr sich Schmerz über Jahre hinweg durch bestimmte Lebensweisen und Gewohnheiten entwickeln kann. Dabei ist Schmerz grundsätzlich nichts Negatives.
Im Gegenteil: Er ist ein unglaublich wichtiges Kommunikationsmittel unseres Körpers. Oft sogar das einzige. Er macht uns darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmt –
dass eine Funktion gestört ist oder ein Bereich unseres Körpers mehr Aufmerksamkeit braucht.

Das bedeutet aber auch:
Wir tragen eine gewisse Eigenverantwortung.

Ärzte und Therapeuten können uns helfen, Ursachen zu erkennen und Wege aufzuzeigen. Sie sind wichtige Begleiter. Aber gehen müssen wir diesen Weg am Ende selbst.

Mir ist völlig bewusst, dass Schmerz ein komplexes Thema ist –
und dass Lösungen oft nicht einfach sind. Und trotzdem gibt es ein paar Stellschrauben,
an denen jeder von uns ansetzen kann. Mehr, als viele denken. Zu verstehen, was unserem Körper fehlt, gibt uns ein Stück Kontrolle zurück und macht uns unabhängiger. Und das ist eigentlich ein sehr gutes Gefühl.

Wenn sich im Körper etwas staut

Unser Gefäßsystem ist etwa 90.000 Kilometer lang.
Jede Minute werden mehrere Liter Blut durch unseren Körper transportiert. Ein fein verzweigtes Netzwerk, das jede einzelne Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Je weiter die Gefäße vom Herzen entfernt sind, desto feiner und enger werden sie. Man kann sich das ein bisschen wie ein Flusssystem vorstellen. Wenn sich dort Ablagerungen sammeln – Stoffwechselreste, Abfallprodukte – gerät der Fluss ins Stocken. Es entsteht Druck. Und dieser Druck kann Schmerzen verursachen. Gleichzeitig wird die Versorgung schlechter. Zellen bekommen weniger Energie. Regeneration verlangsamt sich.

Das kann sich auswirken auf:

  • Leistungsfähigkeit

  • Heilungsprozesse

  • Organe

  • und auch auf unser Stresslevel

Was wir hier selbst beeinflussen können

Ein erster, sehr einfacher Punkt ist Hydration. Je besser wir mit Flüssigkeit versorgt sind, desto „fließfähiger“ ist unser Blut. Und desto leichter kann es auch durch engere Bereiche zirkulieren.

Ein zweiter Punkt ist die Unterstützung unserer Entgiftung. Bestimmte Pflanzen können hier hilfreich sein:

  • Brennnessel

  • Schafgarbe

  • Bärlauch

Sie unterstützen den Körper dabei, Stoffwechselprodukte abzutransportieren. Auch Bewegung spielt eine große Rolle. Und damit ist nicht nur Spazierengehen gemeint. Unsere Gelenke wollen bewegt werden – in möglichst vielen Richtungen.

Je abwechslungsreicher Bewegung ist,
desto besser für:

  • Gewebe

  • Kreislauf

  • und letztlich auch für Schmerzprozesse

Atmung – oft unterschätzt

Wir atmen den ganzen Tag. Und trotzdem oft nicht so, wie es unserem Körper guttun würde. Viele Menschen atmen im Alltag sehr flach. Nur in den oberen Brustbereich. Die tiefe Bauchatmung geht oft verloren. Dabei ist unsere Lunge viel größer, als wir sie im Alltag nutzen. Und sie möchte vollständig belüftet werden.

Stress führt oft dazu, dass wir unbewusst die Luft anhalten oder sehr flach atmen.

Das hat direkte Auswirkungen:

  • weniger Sauerstoffversorgung

  • langsamere Stoffwechselprozesse

  • höhere Spannung im Körper

  • oft auch Kopf- und Nackenschmerzen

Unser Körper reagiert darauf mit einem Gefühl von Überlastung.
Und am Ende oft wieder mit Schmerz.

Nicht ohne Grund spielt Atmung in vielen Bewegungsformen wie Yoga, Tai Chi oder Qigong eine zentrale Rolle.

Regeneration – der unterschätzte Faktor

Ein Großteil unserer Reparaturprozesse passiert nachts. Wenn wir schlafen,
arbeitet unser Körper auf Hochtouren. Er erkennt Defekte, repariert, baut auf.

Dafür braucht er zwei Dinge: Zeit und die richtigen Bausteine.

Ausreichend Schlaf ist die Grundlage.

Und genauso wichtig ist, was wir unserem Körper zur Verfügung stellen:

  • Eiweiß

  • gesunde Fette

  • Vitamine

  • Mineralstoffe

  • Kollagen

Je besser die Versorgung, desto besser kann der Körper regenerieren. Am Ende ist es kein großes Geheimnis, aber vielleicht ein erster Impuls. Ein besseres Verständnis dafür,
was Schmerz eigentlich ist, woher er kommen kann und was wir selbst beeinflussen können.

Nicht alles liegt in unserer Hand.

Aber oft mehr, als wir glauben.